Mittwoch, 15. September 2010

1. Kongress des Bundesverbandes Freier Theater

In der zweiten Dezemberwoche wird von Donnerstag, dem 9.12., bis einschl. Sonntag, dem 12.12., im Theaterhaus Stuttgart der 1. Kongress des Bundes­verbandes Freier Theater für freie Darstellende Künstler aus Anlass seines 20jährigen Bestehens stattfinden.
Die Tatsache jedoch, dass der Bundesverband seit 20 Jahren existiert, kann nicht der alleinige Anlass einer solchen Großveranstaltung sein. Wenn man die Beweggründe, die zur Gründung des Verbandes führten, mit der Bestands­aufnahme und dem Perspektivenszenario vergleicht, die anlässlich des 10jährigen Bestehens erarbeitet wurden, um diese dann wiederum in Relation zur Gegenwart im Jahr 2010 zu setzen, muss man feststellen, dass vieles erreicht wurde. An der grundlegenden Situation der Freischaffenden Darstel­lenden Künstler in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht hat sich jedoch im Großen und Ganzen in den letzten 20 Jahren nur wenig positiv verändert. Zum ausgelassenen Feiern gibt es also zu wenige Gründe.
Wozu also ein solcher Kongress? Den Blick in die Vergangenheit der letzten 20 Jahre und die in dieser Zeit stattgefundenen Entwicklungen werden wir kurz und gebündelt nachvollziehen. Die gegenwärtige Situation wurde in den letzten 4 Jahren dank der Symposien des Fonds Darstellende Künste, initiiert von Günter Jeschonnek, gründlich aufgearbeitet, sodass man diese Arbeit nicht wiederholen muss. Der Vorstand des BuFT sieht in einem solchen Kon­gress die Chance, nach vorne in die Zukunft zu schauen. Welche Strukturen müssen geschaffen werden, welche Entwicklungen müssen eingeleitet werden, um den sich wandelnden Arbeitsweisen Freischaffender Darstellender Künstler eine gesunde Basis für die nächsten 20 Jahre zu geben. Die Anstöße hierzu sollen vorrangig von den Künstlern selbst kommen, um möglichst praxisnah Zukunftsszenarien entwickeln zu können.
An den ersten beiden Tagen sollen gemäß der bisherigen Planung vorhan­dene, relevante Strukturen angefangen von der Ausbildung, über Förder­instrumentarien, Infrastrukturen in Kommunen und ländlichem Raum bis hin zur Vernetzung untersucht werden unter dem Aspekt, wie zukunftsfähig diese für alle Bereiche der Darstellenden Künste sind. Am dritten Tag sollen all diese Strukturen dann von den Künstlern diskutiert werden. 
 Wir wollen jedoch nicht direktiv Themen oder Arbeitsgruppen vorgeben, sondern es durch ein Open-Space-Verfahren den Künstlern selbst überlassen, welche Thematik sie für wichtig erachten, dass sie untersucht und diskutiert werden sollte. Die Ergeb­nisse werden am vierten Tag vorgestellt und dienen dem Bundes­verband Freier Theater als Auftrag für seine zukünftige Arbeit. Somit ist gewährleistet, dass die Überzeugungsarbeit, die wir politisch leisten müssen, praxisbezogen ist und den neuesten Entwicklungen der Arbeitsstrukturen Freischaffender Darstellender Künstler gerecht wird. Und es wird gewähr­leistet, dass der Bundesverband Freier Theater mit all seinen Kooperations­partnern basisorientiert arbeitet.
Dieser 1. Kongress des BuFT soll nicht die einzige Veranstaltung seiner Art sein. Wir hoffen, dass wir einen Weg finden, dass daraus ein jährlicher Kongress für Freischaffende Darstellende Künstler wird, der die Gelegenheit bietet, die anstehenden Schwerpunktthemen ausgiebig und zielgerichtet behandeln zu können. Dies schafft auch die notwendige Plattform, um von den Medien bundesweit wahrgenommen zu werden, was der politischen Arbeit deutlichen Nachdruck verleihen würde. 
Textfeld: zurück zum AnfangIn diese jährlichen Kongresse eingebettet soll zukünftig auch die Delegierten­versammlung des Bundesverbandes Freier Theater als offene Veranstaltung für alle interessierten Teilnehmer stattfinden, um die in unseren Augen notwendige Transparenz der Arbeit eines Interessenverbandes zu schaffen. Denn eines muss immer klar sein: Der Bundesverband Freier Theater ist für die Freischaffenden Darstellenden Künstler da und nicht umgekehrt!
Alexander Opitz
1. Vorsitzender BuFT

aus: off-informationen >> nr. 02/10

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