Dienstag, 15. März 2011

Nach dem Kongress ist vor dem Kongress – Open Space als Online-Plattform

Der erste Bundeskongress der Freien Darstellenden Künstler in Stuttgart 2010 liegt kaum drei Monate zurück. Was bleibt, was wird aus den Ergebnissen und Anregungen? Ein Teil wird als gedruckte Dokumentation erscheinen. Aber was wird mit den angestoßenen Diskussionen und ungelösten Fragen geschehen? 

Vor allem die Diskussionsrunden des Open-Space-Verfahrens haben mehr als zwanzig Themenbereiche bewusst gemacht, um die sich die Freien Theater in der Zukunft kümmern wollen, sollen und müssen. Zu viel für jeden Einzelnen, aber zusammen kann man das angehen, muss man es angehen.

Mit der neu geschaffenen und finanzierten Geschäftsstelle in Berlin erhält der Bundesverband Freier Theater die Möglichkeit, seine bisherige Arbeit kontinuierlich und intensiv fortzusetzen. Der Kongress in Stuttgart war auch als Themensammlung für die anstehenden Aufgaben und Schwerpunkte gedacht. Zu diesen Themen gehört natürlich die wirtschaftliche und soziale Absicherung der Künstler und Theater, genauso aber auch Grundsatzfragen zu ästhetischen und künstlerischen Positionen, wie die Fragen aus der täglichen Theaterarbeit. Darüber hinaus konnten viele weitere Themen in den drei Tagen in Stuttgart nur entworfen und knapp skizziert werden.

Um daraus konkrete Aufgaben oder Aufträge für den Bundesverband oder andere Gremien zu entwickeln, bedarf es der intensiven Fortsetzung der begonnen Diskussionen. Die Ausrichtung soll von der Basis, den freien darstellenden Künstlern selbst entwickelt werden. In vielen Beiträgen wurde in Stuttgart bereits die Möglichkeit angesprochen, Blogs, Foren und andere Formen zum gegenseitigen Austausch einzurichten.

Als interaktive Fortführung der Dokumentation des Kongresses richtet der BuFT nun eine eigene Webseite ein. So können die Themen gebündelt und stetig verfolgt werden. Damit bietet der BuFT eine zentrale Plattform an, offene Werkstatträume, ein Online-Open-Space. Dieses Angebot soll einerseits denjenigen, die nicht am Kongress teilnehmen konnten, die Möglichkeit geben, die bisherigen Diskussionen mitzuverfolgen und sie andererseits zur aktiven Mitwirkung anregen.

Ein Ziel ist es, dass sich aus diesem interaktiven Prozess konkrete Handlungsstrategien und Aufträge für den Bundesverband ergeben. Zudem kann sich durch die Sammlung von Materialien und Dokumenten ein Fundus für die täglichen Fragen der Theaterarbeit entwickeln.
Es liegt auf der Hand, dass ein solches Projekt nicht von einer Geschäftsstelle oder den Landesverbänden allein entwickelt werden kann. Hier ist die unmittelbare Mitwirkung der darstellenden Künstler selbst erforderlich. Der Bundesverband hat sich in einem ersten Schritt an die jeweiligen Leiter der Open Space-Runden gewandt und diese um ihre Mitwirkung und Berichterstattung gebeten.

Für manche Themen wird es, wie mehrfach in Stuttgart vorgeschlagen, eigene Blogs zur Diskussion geben. Für andere wird es eher eine Sammelstelle für Informationen und Dokumente sein. Jedes einzelne Thema soll in einer geeigneten Form unterstützt werden. Im Laufe des Jahres wird der Umfang kontinuierlich wachsen, sodass über die anfängliche Dokumentation eine Materialsammlung und Arbeitsbasis für den Bundesverband und die Landesverbände entstehen wird.

Diese Möglichkeiten ersetzen jedoch nicht die persönlichen Treffen. Diese Form des Online-Open-Space fungiert als Vorbereitung für den nächsten Bundeskongress, für Klausurtagungen und andere Versammlungen, damit man dort nicht von vorne anfangen muss, sondern bereits wichtige Vorarbeiten und Vorbereitungen getroffen hat. Die neue Web-Plattform bildet hierfür eine sehr gute Voraussetzung: Eine Ideenwerkstatt, in der Material und Werkzeuge kostenfrei gestellt werden.

Wolfgang Hauck
Verband Freie Darstellende Künste Bayern

Die Webseite wird ab Mai 2011 online sein.
http://openspace.buft.de

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